Startschuss für die "Box fürs Älterwerden"
Die Gemeinde Haar gibt regelmäßig eine Bürgerinformationsbroschüre heraus und versorgt die Familien mit einem Leitfaden. Nur für die ältere Generation, für die gab es noch keine gesammelte gemeindliche Information. Bis jetzt. Mit der „Box fürs Älterwerden“ geht die Gemeinde Haar einen neuen Weg.
Wann beginnt eigentlich das Älterwerden? Kaum eine andere Frage ist wohl so heiß diskutiert wie diese. Denn was bedeutet schon Alter - heute, in einem Zeitalter, in dem 75-Jährige noch locker auf Berge erwandern und 108-Jährige auf der Bühne stehen? Gleichzeitig erleiden immer mehr 40- oder 50-Jährige einen stressbedingten Herzinfarkt oder werden durch Bandscheibenvorfälle außer Gefecht gesetzt. Wann soll man sich also mit dem Älterwerden beschäftigen?
Gemeinde Haar geht eigenen Weg
„Früher oder später“, je nach eigenem Ermessen – so sieht es die Gemeinde Haar. Hier geht man nämlich einen ganz eigenen Weg in Sachen „Information für die älteren Mitbürger“ – mit der „Box fürs Älterwerden. Eine „normale“ Broschüre für die ältere Bevölkerung herauszugeben, das kam für Bürgermeister Helmut Dworzak nicht in Frage. Warum? Eben weil man „die Älteren“ längst nicht mehr über einen Kamm scheren kann. Eine bloße Aneinanderreihung der verschiedenen Institutionen und Adressen kann dieser Individualität einfach nicht Rechnung tragen. Und so entstand im Büro für Öffentlichkeitsarbeit die Idee für die Box.
Große thematische Bandbreite
Mit der „Box fürs Älterwerden“ schaut die Gemeinde Haar weit über „typische Altersthemen“ wie Pflegefall, Demenzerkrankung oder Heimunterbringung hinaus - klammert diese aber auch nicht aus. Sie enthält Tipps für eine aktive Lebensgestaltung im reiferen Alter, stellt nach und nach die unterschiedlichsten Angebote der örtlichen Vereine und Institutionen vor, informiert über gemeindliche und gesellschaftliche Entwicklungen, macht vertraut mit Beratungs- und Hilfsangeboten, spricht mit Ärzten und Notaren. Außerdem werden ältere Haarer Persönlichkeiten vorgestellt, Menschen mit besonderen Hobbys und interessanten Lebensgeschichten porträtiert.
Bewusst eine lose Sammlung
Doch warum eine Box? Die Idee dahinter ist simpel: In einer Box kann man das sammeln, was einem interessant erscheint – und man muss es auch nicht sofort lesen, sagt Ute Dechent, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus. „Wir liefern zum Starterpaket in regelmäßigen Abständen immer neue (Falt-)Blätter, manchmal fast schon kleine Zeitungen, die das Informationsangebot nach und nach erweitern.“ Aber die Box kann und soll auch als Aufbewahrungsschachtel gesehen werden, in die auch andere Flyer, Visitenkarten oder Handnotizen wandern können. Ob man sich dann mit dem Material dann früher oder später befasst, bleibt jedem Einzelnen überlassen – man weiß ja, wo man die Unterlagen verwahrt hat.
Nie veraltet
Und es gibt noch einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu einer gebundenen Broschüre veraltet die Box nie. Blätter, die nicht mehr interessieren, können aussortiert werden. Neues kommt hinzu. Und zwar in Form von regelmäßigen Nachlieferungen seitens der Gemeinde – mit aktuellen Nachrichten, Themen und Kontaktadressen. Beziehen kann man diese „Newsletter“ auf dreierlei Art und Weise: Zum einen werden sie im Rathaus ausliegen. Die Interessenten können sich aber auch bei der Gemeinde Haar anmelden und bekommen dann die jeweiligen neuen Blätter per Post oder E-Mail zugeschickt. Und für alle Internetfreunde gibt es sie in Kürze auch zum Herunterladen aus dem Internet.
Grundausstattung fertig
Die Grundausstattung der Box ist nun gelegt: Sie enthält unter anderem Tipps gegen unerwünschte Telefonwerbung, zeigt, wie gut Senioren am PC zurechtkommen oder wo sich die älteren Haarer zum Wandern treffen. Außerdem gibt es viele rechtliche Infos zu Themen wie Patientenverfügung oder Erbrecht, man findet Interviews zum Thema Rente und Tipps, wie man sein Leben noch lange in den eigenen vier Wänden verbringen kann. Zudem werden auch die ersten Porträts von Haarer Persönlichkeiten in der Box sein. Wer das ist? Lassen Sie sich überraschen!
Erster Newsletter bereits in PlanungAuch für die ersten „Newsletter“ ist die Ideenliste bereits lang. „Wir trauen uns bei der nächsten Ausgabe auch an die Sachen ran, über die man nicht so gerne spricht – wie etwa Altersdepression. Aber wir wollen auch Fitnesstrainer und Ärzte befragen, auf was die ältere Generation beim Training beachten soll. Natürlich stellen wir auch wieder Haarer Vereine und ihre speziellen Angebote für die ältere Generation vor – und wir versuchen ein paar Haarer Persönlichkeiten dazu zu bringen, uns einiges aus ihren Leben zu verraten“, erklärt Ute Dechent.
Wo gibt es die Box?
Die ersten Boxen wurden auf der Bürgerversammlung am 7.12. ausgegeben und werden bei der Weihnachtsfeier der Senioren am 11.12. verteilt. Die Gemeinde hat vor, die Boxen auch an allen relevanten öffentlichen Orten auszulegen. Sie sind natürlich kostenlos. Und Anregungen sind immer willkommen.
(Claudia Erl)



